Entscheidungskriterien beim Wohnungskauf

Entscheidungskriterien beim Wohnungskauf
Entscheidungskriterien beim Wohnungskauf (Foto: istock.com/SvetaZi)

Ein eigenes Einfamilienhaus oder eine Eigentumswohnung im Mehrfamilienhaus? Freistehend und individuell im Umland oder in verdichteter, eher uniformer Bauweise in zentraler Lage? Höhere Wohn- statt Pendelkosten? Neubau oder Bestand? Nicht nur Lage, Größe, Preis und Ausstattung sind beim Wohnungskauf entscheidend. Nachfolgend stellen wir Ihnen die wichtigsten Entscheidungskriterien beim Wohnungskauf vor.

Die Abwägung privater Haushalte über Eigentumsform, Lage, Größe, Grundriss, Art und Ausstattung ihres Wohnraums wird – eine entsprechende Auswahl vorausgesetzt – maßgeblich durch sieben Entscheidungskriterien beim Wohnungskauf bestimmt.

  • Belastung des Nettoeinkommens durch Zinsen, Tilgung, Hausgeld und Nebenkosten im Vergleich zu Miete und Nebenkosten einer vergleichbaren Wohnung und zur bisherigen Belastung
  • Sicherheit des Arbeitsplatzes
  • Nähe zum Arbeitsplatz
  • Lagepräferenzen (zentral, Randgebiet, Umland, ländlich)
  • bestehende Infrastruktur (Anbindung an Verkehrswege, öffentliche Verkehrsmittel, Fuß- und Radwegerschließung, alternative Mobilitätskonzepte, Konsum, Dienstleistungen, Gastronomie, Verwaltung, Gewerbe, Bildungseinrichtungen, medizinische, soziale und kulturelle Einrichtungen, Sport-, Spiel- und Freiflächen, Naherholungsgebiete)
  • Image des Quartiers
  • gebotenes Preis-Leistungsverhältnis (Abraham et al. 2016, S. 30)

Individuelle Abwägung beim Wohnungskauf

Für die Auswahl und Bewertung unterschiedlicher Alternativen beim Wohnungskauf empfehlen wir eine individuelle Betrachtung und Gewichtung nachfolgender Kriterien:

  • eigene ökonomische Möglichkeiten
    • Für den Eigentumserwerb sind meist mindestens 20 Prozent des Kaufpreises an Eigenkapitalbedarf und rund 10 Prozent des Kaufpreises für Kaufnebenkosten, wie Grunderwerbssteuer, Notar-, Gerichtsgebühren und Maklerprovision, erforderlich.
    • Die Kreditbelastungsquote (Verhältnis von Zinsen und Tilgung zu verfügbarem Haushaltsnettoeinkommen) sollte – wie die Mietbelastungsquote (Anteil der Bruttokaltmiete am Haushaltsnettoeinkommen) – unter 30 Prozent liegen. Ein Wert über 40 Prozent wird als kritisch angesehen.
  • Möglichkeiten zum Einsatz von Eigenleistungen, z. B. Innenausbau
  • persönliche Lebensphase, Familiensituation (Single, Paar, Familie), Lebensstil
  • Bedürfnis und Möglichkeit zur Individualisierung (Einflussnahme auf Grundrissplanung, Ausstattung der Wohnung)
  • Dichte der Bebauung des Quartiers und des Wohngebäudes
  • gebotene Infrastruktur
  • nachbarschaftliche Umgebung und potenzielle Eigentümergemeinschaft
  • Identifikationspotenzial mit der Wohnung und dem Wohnumfeld
  • Intimität der Wohnung und der privaten Außenbereiche
  • Aufwendungen für beruflich bedingtes Pendeln
  • zunehmende Auflösung der räumlichen und zeitlichen Trennung von Wohnen und Arbeiten
  • Zweckmäßigkeit einer langfristigen Bindung an eine Immobilie vor dem Hintergrund
    • notwendiger räumlicher Mobilität im Beruf und
    • ggf. befristeter Arbeitsverträge
  • Werthaltigkeit von Immobilien, speziell in städtischen und ländlichen Randlagen
  • Veränderung in den Wertevorstellungen vom persönlichen Besitzen zum Nutzen und Teilen (Sharing)
  • Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit: Schließlich verbrauchen Bau, Ausbau, Nutzung, Instandhaltung, Modernisierung von Gebäuden und Infrastruktur einen Großteil unserer natürlichen Ressourcen (Fläche, Energie, Rohstoffe). Hinzu kommen die Abfallmengen, die innerhalb des Lebenszyklus und dem Abriss von Gebäuden und Infrastruktur entstehen.

ParBuilding berücksichtigt mehr als 40 Entscheidungskriterien

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ParBuilding – die Matching-Plattform für individuellen Wohnungsbau ermittelt und vergleicht mehr als 40 Kriterien interessierter Erwerber mit Neubau-Konzepten potenzieller Anbieter (Bauträger, Projektentwickler). Erwerber und Anbieter erhalten daraufhin die Matching-Ergebnisse mit dem besten Fit und können über eine Kontaktaufnahme entscheiden: Überblick der Matching-Kriterien.


Vorteile und Mehrwerte wahrnehmen

Bei der Abwägung zwischen Lage (Dichte der Bebauung, gebotene Infrastruktur, Aufwand für beruflich bedingtes Pendeln) und Individualisierung des Wohneigentums verabschieden sich immer mehr Haushalte vom persönlich zugeschnittenen Einfamilienhaus im Grünen und erfüllen sich ihren Wohntraum auf der Etage in urbaner Lage. Dies muss kein schlechter Kompromiss sein. Denn letztlich bietet eine gute Umsetzung der Mehrwerte im mehrgeschossigen Wohnungsbau attraktiven, Ressourcen schonenden Wohnraum mit guter Lebensqualität. Umso mehr, wenn auf die Grundrissplanung und Ausstattung der eigenen Wohnung selbst Einfluss genommen werden kann (siehe Flexibilität und Individualisierung im Wohnungsbau). Dann wird die Eigentumswohnung im Mehrfamilienhaus eine gleichwertige Alternative zum Einfamilienhaus.

Stadtvillen im Randgebiet und Umland

Gerade auch in Randgebieten und ländlichen Lagen. Zum Beispiel in Form von freistehenden Mehrfamilienhäusern mit vier bis fünf Wohneinheiten, großzügigen, variablen Grundrissen, privaten Außenbereichen, geschützter Privatsphäre und passenden Mobilitätskonzepten – als ideale Alternative zum Einfamilienhaus im Grünen. Für einen dichteren, individuellen Wohnungsbau in Randgebieten und im Umland müssten die Kommunen dort aber auch vermehrt entsprechende Neubaugebiete ausweisen.

Merkmale einer idealen Neubauwohnung

Mehr als die Hälfte der neu gebauten Wohnungen entsteht in Mehrfamilien­häusern. Dennoch gilt für viele Haushalte das individuell geplante Einfamilienhaus im Grünen als Ideal. Daher sind Wohnkonzepte gefragt, die der Wunschvorstellung vom Einfamilienhaus näherkommen: Die ideale Neubauwohnung.

Entscheidungshilfen zum Wohnungskauf

Weitere Entscheidungshilfen finden Sie hier: Wohnung kaufen.


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Tipps für den Kauf einer Eigentumswohnung

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Gebaute Beispiele

Entwurf und Planung im Wohnungsbau

Beispiele für mehrgeschossigen Wohnungsbau finden Sie über die Rubrik Entwurf und Planung.

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